"Das ganze Leben ist eigentlich unmöglich"
MOZ, Donnerstag der 2. April 2009
Von Antje Scherer
"Letzter Gruß" heißt eine Ausstellung über das Ghetto Minsk, die deutsche und weißrussische Studierende gemeinsam erarbeitet haben. Die Vernissage an der Viadrina ist Auftakt eines Treffens der "Geschichtswerkstatt Europa" mit Teilnehmern aus 15 Ländern.
Eigentlich hasst er es, darüber zu reden. Und wird es doch heute Abend wieder tun. Michail Treyster war 14, als Minsk von der deutschen Armee besetzt wurde, einen Monat später kam er wegen seiner jüdischen Abstammung ins Ghetto. Seit vielen Jahren reist der heute 81-Jährige immer wieder nach Deutschland, um vor Schülern und Studenten über die schlimmste Zeit seines Leben zu sprechen: "Jeder, der überlebt hat, hat ein schlechtes Gewissen, weil er nicht tot ist", sagt er. "Deshalb erzählen wir es immer wieder - damit es nicht noch mal passiert."
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